Berliner Presse - Echo:

„Berliner Morgenpost/Berlin live/Tagestipps

Das feine Theater im Nikolaiviertel präsentiert aufgrund des großen Erfolges seine Liederrevue nun auch im September (Anmerkung: 2004). Und was dort vor kleinem Publikum (ca. 60 Plätze) geboten wird, ist wunderbar arrangiert (Musik: Klaus Wüsthoff, Texte: Bernd Köllinger) und mit unglaublich viel Liebe präsentiert. Die zwei Darsteller (Heidrun Preußer und Andreas Goebel) sind die Urtypen der Zilleschen Zeichnungen. Heidrun Preußer spielt die Diseuse, Köchin und Rotzgöre mit Kraft und Stimme, dass es in den Ohren dröhnt. Und Andreas Goebel als Orje, Zuhälter und Lebemann rollt dazu mit den Augen, dass einem Angst und Bange wird. Diese Revue kommt mit wenigen Requisiten aus, so kann der Zuschauer sich ganz auf die Plaudereien über Zilles Zeit (musikalisch begleitet von Susanne Mannheim) konzentrieren. Und das ist auch gut so, denn die beiden sind sozusagen „Janz Berlin“. Fazit: Berliner Volkstheater im wirklichen Sinne. Was wir wieder einmal gelernt haben, ist, dass Berlin halt schon immer die spannendste Stadt der Welt war und dass es gutes Revuetheater auch in kleinen Räumen geben kann. Köstlich amüsiert ham wa uns ja sowieso.

Theater im Nikolaiviertel, Nikolaikirchplatz 5-7, Mitte. Tel. 241 46 35. Heute/morgen, 10./11., 17./18., 24./25.9. je 19:30 Uhr. 15 Euro
.“ Morgenpost

"Die Schieber, Gassenhauer, Couplets klingen authentisch nach Dunnemals und wurden doch eben erst von Bernd Köllinger (Text) und Klaus Wüsthoff (Musik) geschrieben… Wie einfühlsam die Texte auch vorgeben mögen, einer wilhelminischen Birne entsprungen zu sein – früher oder später merkt man doch, dass sie am Ende des 20. Jahrhunderts entstanden sind. Und das ist gut so.“ Der Tagesspiegel


"Rund um den ollen Zille und sein Milljöh wird in Berlin seit jeher nur allzugerne rumgetümelt, dass einem die Ohren abfallen und die Schwarte kracht.

Bei der entschlackten Revue von Autor Bernd Köllinger und Komponist Klaus Wüsthoff ist zum grossen Glück das Gegenteil der Fall. Dem Gespann gelingt es tatsächlich, Typen auf die Unterbühne des Theater des Westens zu stellen, die so liebevoll laubenpieperisch, so verbummelt jewieft sind, wie von Heinrich Zille gemalt.

Milljöh entsteht in dem einfachen „Bulljong-Keller“ für Budiker durch eine multipel verwendete graue Requisitenbox. Rotzröhre Heidrun Preußer klaubt sich ihre Hüte und Federboas, für kleene Meechen, wie für verruchte Dirnen, von Fleischerhaken. Ihr nicht ganz so berlinisch-stimmsicherer männlicher Widerpart, Stephan Schill, schiebert als „Orje“ mit ihr durch die Friedrichstrasse und den dritten Hinterhof.

Das hat Pepp, Biss und Schmiss - sogar dann, wenn die Stimmung mit Berliner Weiße und Can-Can ungeahnte Höhepunkte erreicht. Alt-Berliner Jahrgänge schunkeln und singen und klatschen da gerne mit - und den Zugereisten werden die Augen dafür geöffnet, auf welche Arten der Körperertüchtigung sie sich bei Berolina einlassen müssen, um dazuzugehören.

Doch, wie gesagt: es ist das Verdienst der zweistündigen Produktion, die Jahrhundertwende ohne Tümelei stilecht ins Heute zu holen. Dass dazu Bier, Bouletten und Schmalzstullen gereicht werden, versteht sich von selbst. Heute um 15.30 Uhr auf der Unterbühne des Theater des Westens, morgen um 11.30 und 21.30 Uhr. Ein Prosit auf Rinnsteinprinzessinnen und Rotzgören!
Inforadio (28.10.2000)

"Walzer, Polka, Rheinländer, Schieber und schließlich Cancan sind die Rhythmen, die Klaus Wüsthoff, der Urberliner, …verwendet. Das hat Schwung, Pfiff, auch den Moment nachdenklichen Innehaltens… Es ist eine prachtvolle kleine Revue ohne Verklärung… Heinrichs Pinselstrich ins Musikalisch-Theatralische übersetzt.“ Neues Deutschland

"Es scheint fast, als sei es dem Komponisten zusammen mit dem Librettisten gelungen, nicht nur an das Berliner Musiktheater Paul Linckes und Walter Kollos anzuknüpfen, sondern diese in den Schatten zu stellen.“ nmz - neue musikzeitung


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